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03.09.2026

Wallfahrt der Burgenlandkroaten nach Mariazell

Zum 103. Mal sind Burgenlandkroaten aus allen Teilen der Diözese Eisenstadt sowie aus Ungarn, der Slowakei und Kroatien zur gemeinsamen Wallfahrt nach Mariazell gekommen. Drei Tage lang standen Gottesdienste, Gebet, Musik und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Das Kroatische Vikariat der Diözese Eisenstadt hatte ein vielfältiges Programm vorbereitet.

 

Zahlreiche Priester begleiteten die Pilger, auch Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics nahm an der Wallfahrt teil. In den Gottesdiensten wurde für die Verstorbenen gebetet, persönliche Anliegen wurden vor Gott getragen und die Mariazeller Muttergottes als Begleiterin auf dem Lebensweg angerufen.

 

In seiner Predigt am Sonntag stellte Bischof Zsifkovics zwei zentrale Gründe für die Wallfahrt in den Mittelpunkt: den Glauben an Jesus Christus und die Gemeinschaft.

 

Der Glaube an Jesus Christus sei der tiefste Grund jeder Wallfahrt. Schon die Vorfahren hätten in schwierigen Zeiten den Weg zur Mariazeller Maria gesucht und ihr Sorgen, Ängste und Hoffnungen anvertraut. Auch heute gehe es darum, den Glauben nicht nur zu bewahren, sondern ihn lebendig zu leben und Jesus Christus nachzufolgen.

 

Gleichzeitig sei die Wallfahrt ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Sprache und Kultur. In Mariazell kommen Menschen aus verschiedenen Pfarren und Regionen zusammen. Die gemeinsame kroatische Sprache, Musik, Gebete und Traditionen verbinden die Burgenlandkroaten über Grenzen hinweg. Diese Gemeinschaft sei ein wertvoller Schatz, den es an die kommenden Generationen weiterzugeben gelte.

 

Bischof Zsifkovics richtete dabei auch einen Aufruf an die Pfarren: Die Kirche müsse Orte der Begegnung sein. Pfarren sollten nicht nur Orte des Gottesdienstes sein, sondern Räume, in denen Menschen zusammenkommen, miteinander reden, Gemeinschaft erleben und füreinander da sind. Gerade in einer Zeit, in der die Verbindungen innerhalb von Familien und Gesellschaft schwächer werden, brauche es solche Orte des Zusammenhalts.

 

Die Pflege der Sprache und Kultur bedeute dabei keine Abgrenzung. Sie solle vielmehr dazu beitragen, füreinander da zu sein und Gemeinschaft zu leben – nach dem Grundsatz: „Nicht gegen den anderen, sondern für den anderen.“

 

Besonders bereichernd war heuer die Teilnahme von Pilgern aus Kroatien. Mit fünf Bussen kamen sie nach Mariazell und brachten mit Musik und traditionellen Tänzen ein Stück ihrer Heimat mit. Besonders erfreulich war die Teilnahme zahlreicher junger Menschen.

 

Mit der feierlichen Vesper und der Übergabe der Wandermuttergottes von der Pfarre Hrvatski Židan an die Pfarre Neuberg ging die Wallfahrt zu Ende.

 

Die 103. Wallfahrt wurde damit zu einem sichtbaren Zeichen für Glaube, Gemeinschaft, Sprache und Kultur. Sie verbindet Generationen und erinnert zugleich an den Auftrag, den Glauben an Jesus Christus sowie die Sprache und Kultur lebendig zu halten und an die nächste Generation weiterzugeben.