Chrisammesse im Martinsdom
Heute fand im Martinsdom die Chrisammesse der Diözese Eisenstadt statt. Zahlreiche Ministrant:innen, Priester und Diakone aus der gesamten Diözese waren in den Dom gekommen, um gemeinsam mit Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics diesen besonderen Gottesdienst zu feiern.
Im Rahmen der Messe erneuerten die Ministrant:innen ihr Versprechen für ihren liturgischen Dienst, wie auch die Priester, die ihre Bereitschaftserklärung zum Priesterdienst erneuerten – ein zentrales Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Dienst und ihrer Sendung in der Kirche.
Weihe der heiligen Öle
Ein wesentlicher Bestandteil der Chrisammesse ist die Weihe der heiligen Öle: des Katechumenenöls, des Krankenöls und des heiligen Chrisams. Diese Öle begegnen den Christen im Laufe des Lebens immer wieder, sei es bei der Taufe, bei der Firmung und auch bei der Krankensalbung, am Ende des Lebens, wie Bischof Ägidius schon bei der Eröffnung des Gottesdienstes betonte.
In seiner Predigt stellte Bischof Zsifkovics den heiligen Franz von Assisi in den Mittelpunkt, dessen 800. Todestag heuer begangen wird. Dabei erinnerte er an den Auftrag, der das Leben des Heiligen prägte: "Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf, das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät."
Der Bischof betonte, dass dieser Auftrag auch heute aktueller denn je sei und sich an alle Gläubigen richte. Am Beispiel des heiligen Franziskus machte er deutlich, dass christlicher Glaube immer konkret wird: hinschauen, anpacken und dort helfen, wo Menschen Unterstützung brauchen. Besonders hob er die Rolle der Ministrant:innen hervor und dankte ihnen ausdrücklich für ihren Einsatz.
Sich von Christus berühren zu lassen
Mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart – von Einsamkeit und Leid bis hin zu Spaltung und einer zunehmenden Entfremdung durch die digitale Welt – rief er zu mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühl auf: "Christen schauen nicht weg, sie versuchen da zu sein, wo sie gebraucht werden." Zugleich erinnerte er an die Begegnung des heiligen Franziskus mit dem Aussätzigen als Beispiel für gelebte Nächstenliebe, die keine Berührungsängste kennt.
Die Kirche sei gerufen, wie ein "Feldlazarett" den Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen zu begegnen, Wunden wahrzunehmen und Heilung zu ermöglichen. Die Weihe der heiligen Öle sei dafür ein starkes Zeichen, denn sie stehen für Stärkung, Heilung und Sendung der Gläubigen. Abschließend ermutigte Bischof Zsifkovics alle, sich von Christus berühren zu lassen, offen für ihre persönliche Berufung zu bleiben und aktiv am Aufbau der Kirche mitzuwirken.