Digitales Fastentuch 2026: Heiliger Franz von Assisi im Fokus
Fastentücher haben eine jahrhundertealte Tradition: Seit dem 11. Jahrhundert werden in der Fastenzeit Altäre verhüllt. Die Tücher zeigen meist biblische Szenen aus Altem und Neuem Testament und erzählen die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen.
Das mittlerweile vierte digitale Fastentuch im Martinsdom in Eisenstadt widmet sich im heurigen Jahr dem Leben des heiligen Franz von Assisi, der am 3. Oktober 1226 in der Portiuncula bei Assisi starb. Das heurige 800. Jubiläumsjahr rückt die Spiritualität und Wirkung dieses großen Heiligen neu ins Blickfeld.
Franziskus lebte radikal nach dem Evangelium
Vom Gekreuzigten in der Kirche San Damiano angesprochen, sah er seine Berufung darin, die „Wunden“ von Kirche, Gesellschaft und Menschsein wahrzunehmen und zu heilen. 1224 empfing er auf dem Berg La Verna die Stigmata. Schwer krank verfasste er später seinen Sonnengesang. Mit der Gründung des Franziskanischen Ordens erneuerte der „Poverello“ die Kirche und prägte bis heute Spiritualität und Kultur weltweit.
Wunden damals und heute
Künstlerische Grundlage des Fastentuchs ist der Bilderzyklus von Giotto di Bondone in der Oberkirche der Basilika di San Francesco. Für das heurige Fastentuch wurden acht Szenen ausgewählt. Sie verbinden die Wunden der damaligen Zeit mit den Verwundungen der Gegenwart, die im digitalen Fastentuch ebenfalls anklingen. Die grafische Umsetzung verantwortet Diözesangrafiker Markus Heuduschits.
Der Bildzyklus lädt zur Betrachtung des Gekreuzigten ein – als Quelle von Hoffnung und Heilung. Den Abschluss bildet das Assisi-Kreuz als österliches Zeichen des Glaubens.
Die Sujets des digitalen Fastentuches wechseln wöchentlich und stehen jede Woche unter einem anderen Gedanken. Sie können von Aschermittwoch (18. Februar) bis zum Weißen Sonntag (12. April) täglich von 7 Uhr bis nach den abendlichen Gottesdiensten im Martinsdom besichtigt werden.
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