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Wer auf Second-Hand-Mode setzt, schont Ressourcen und wirkt den negativen Folgen von Fast Fashion aktiv entgegen.
26.06.2026

Der Preis der Mode

Kleidung ist unser erstes und wichtigstes Kommunikationsmittel. Mit Kleidung transportieren wir unseren sozialen und wirtschaftlichen Status, unseren Beruf, unsere Anliegen, unser Selbstwertgefühl. Kleidung kann uns Kraft und Sinnlichkeit verleihen. Doch haben wir uns schon mal gefragt, wie, wo und unter welchen Bedingungen unsere Kleidung hergestellt wird?

 

In den letzten Jahren wird immer mehr Kleidung produziert. Diesen Trend nennt man Fast Fashion. Hierbei handelt es sich um ein Geschäftsmodell der Modeindustrie, bei dem Kleidung in sehr kurzen Produktionszyklen und zu niedrigen Preisen hergestellt wird. Trends wechseln schnell und Konsument*innen werden dazu angeregt, ständig neue Kleidung zu kaufen. Das führt zwar zu günstiger und leicht verfügbarer Mode, hat aber erhebliche ökologische und soziale Konsequenzen.
 
Die Folgen sind vielfältig. Umweltbelastungen entstehen vor allem durch hohen Wasserverbrauch, den Einsatz von Chemikalien beim Färben der Textilien und große Mengen an CO2-Emissionen durch Produktion und Transport. Gleichzeitig landen weltweit enorme Mengen an Kleidung auf Deponien oder werden verbrannt, da sie nur kurz getragen werden. Auch Arbeitsbedingungen in Produktionsländern stehen häufig in Kritik: Niedrige Löhne und unsichere Arbeitsplätze sind in der Fast-Fashion-Produktion keine Seltenheit.
 
Eine mögliche Antwort: Weniger kaufen, das Tragen, was man hat oder bewusst einkaufen. Ein weiterer Ansatz ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zuhalten – durch Wiederverwendung, Reparatur, Recycling oder langlebiges Design. Statt "produzieren – kaufen – tragen – wegwerfen" soll ein geschlossener Kreislauf entstehen, der Abfall deutlich reduziert.
 
Mit den CARLA – Läden der Caritas Burgenland in Eisenstadt und Oberwart wurden praktische Beispiele für ein solches Handeln geschaffen. Es handelt sich hierbei um Second-Hand-Shops, in denen gebrauchte Kleidung gesammelt, aufbereitet und wieder verkauft werden. Dadurch erhalten Textilien ein zweites Leben, und gleichzeitig werden soziale Projekte unterstützt sowie Arbeitsplätze geschaffen.

 

Kleidertausch als nachhaltige Lösung

Dass dieser geschlossene Kreislauf nicht nur theoretisch funktioniert, sondern auch jede Menge Freude bereiten kann, zeigte die Kleidertauschparty im Pfarrheim Baumgarten. Einige neugierige Besucherinnen folgten der Einladung der Caritas und der Katholischen Frauenbewegung, um ein aktives Zeichen für Nachhaltigkeit und bewussten Konsum zu setzen.
 
Gut erhaltene, saubere Lieblingsstücke wechselten die Besitzerinnen – ganz ohne Geld, dafür mit viel Begeisterung für das Teilen. Im Anschluss an den obigen Impulsvortrag "Der Preis der Mode" von Alexandra Kern wurde das Pfarrheim zur lebendigen Tauschbörse. Bei einer gemütlichen Verköstigung, erfrischenden Getränken und anregenden Gesprächen stöberten die Gäste durch die mitgebrachten Schätze und bewiesen, dass Second-Hand-Mode die schönste und ökologischste Alternative zu Fast Fashion ist. Ein rundum gelungener Nachmittag, der zeigt, wie einfach und gemeinschaftlich gelebter Umweltschutz sein kann!