Segensfeier für Maturant:innen im Dom
Zu einer Segensfeier für die Maturant:innen verschiedener Schulen versammelte sich eine ungewöhnlich große Zahl junger Menschen im Dom. Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics begrüßte die Absolvent:innen gemeinsam mit ihren Lehrer:innen, Direktor:innen, Fachinspektor:innen sowie Eltern mit Freude: "Der Dom ist nicht immer so voll mit jungen Menschen wie in dieser Stunde."
Der Bischof erläuterte zu Beginn die Bedeutung des Segens: Das lateinische Wort benedicere bedeute wörtlich "etwas Gutes sagen" – und genau das wolle man den jungen Menschen in diesem besonderen Lebensmoment mitgeben.
Im Mittelpunkt der Predigt stand das sogenannte Assisi-Kreuz (Kreuz von San Damiano), das heuer in vielen Pfarren und Franziskanerkirchen weltweit aufgestellt ist – zum Gedenken an den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Aus diesem Kreuz leitete Bischof Zsifkovics drei Impulse für die Maturant:innen ab.
Berufung: Der Blick, der trägt
So wie Franz von Assisi vor dem Kreuz von San Damiano seine Berufung erfahren hat – berührt vom Blick Christi –, stehen auch die Maturant:innen an einer Schwelle: Wohin führt mein Weg? Wo liegen meine Talente? Was gibt meinem Leben Sinn und Erfüllung? "Der Blick des Auferstandenen schaut euch an", so der Bischof. "Schaut auch ihr ihm in die Augen." Ausdrücklich ermutigte Zsifkovics dazu, keine Lebensform von vornherein auszuschließen – auch eine geistliche Berufung nicht.
Einfachheit und Schöpfungsverantwortung
Als zweiten Impuls hob der Bischof den franziskanischen Lebensstil hervor: Einfachheit statt Protz, Nachhaltigkeit statt Verschwendung, Achtsamkeit gegenüber Mensch, Tier und der gesamten Schöpfung. Dieser Auftrag sei heute aktueller denn je. Zugleich erinnerte Franziskus' Beispiel daran, den Blick für Arme und Schwache nicht zu verlieren: "Der, der neben mir ist, soll mir nicht aus den Augen kommen."
Mut zum christlichen Zeugnis
Der dritte Impuls galt dem Selbstvertrauen im Glauben: Das Kreuz solle den jungen Menschen Mut geben, ihren christlichen Glauben auch im Alltag bewusst zu leben – nicht nur in Worten, sondern vor allem durch das eigene Leben und Handeln, ganz im Sinne des Evangeliums.
Mit einem persönlichen Segenswunsch schloss Bischof Zsifkovics seine Ansprache: Die Maturantinnen und Maturanten mögen als „Licht der Welt und Salz der Erde" ihren weiteren Weg gehen – im Vertrauen, dass sie dabei nie allein sind.