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© Lexi
30.04.2026

Ollersdorf – das kleine Lourdes des Burgenlandes

Mit einem feierlichen Gottesdienst hat die Pfarre Ollersdorf gemeinsam mit allen Vereinen das 400-Jahr-Jubiläum der Heilsamen Quelle begangen. Bischof Ägidius zelebrierte die heilige Messe und nahm das Jubiläum zum Anlass für eine eindrucksvolle Predigt über das Wasser als Symbol des christlichen Lebens.

 

Osteraugen am Dorfbrunnen

Zu Beginn seiner Predigt erinnerte der Bischof an einen alten Brauch aus Frankreich: Am Ostermorgen, wenn die Glocken läuten, eilen die Menschen zum Dorfbrunnen, um ihre Augen mit Wasser zu benetzen – um "Osteraugen" zu bekommen, den Blick des Auferstandenen. Auch seine erste Wallfahrt als Kind habe ihn nach Ollersdorf geführt, erzählte Bischof Ägidius. Damals zogen die Pilger zunächst in die Kapelle und danach zur Quelle, um zu trinken, die Augen zu benetzen und gesegnetes Wasser mit nach Hause zu nehmen.

 

Stop – Drink – Go: Die dreifache Aufgabe der Quelle

Am Sonntag des Guten Hirten entfaltete der Bischof ein kraftvolles Bild: Jede Wasserquelle, jeder Dorfbrunnen erfüllt eine dreifache Aufgabe – und so auch die Kirche. Stop: innehalten, sich versammeln, ausruhen und zuhören. Drink: sich erfrischen, auftanken und aus der Quelle reines Wasser trinken. Go: mit Freude und Mut Zeugnis geben im Alltag – durch die Werke der Barmherzigkeit, wie sie Bischof Joachim Wanke aus Erfurt eindrücklich beschrieben hat.

 

400 Jahre im Dienst der Menschen

Seit 400 Jahren, so Bischof Ägidius, erfülle die Kirche an dieser Quelle genau diese dreifache Aufgabe: damit kein Mensch verdurste, sondern Osteraugen, Osterhände, Osterfüße und ein Osterherz bekomme. Mit einem Gebet an Maria, die Helferin, schloss er seine Predigt mit der Bitte um gute Hirten – Priester, Seelsorger sowie engagierte Laienchristen – für die Gemeinden.

 

Die Legende der Marienquelle

Am 23. April 1626 soll die Quelle unter donnerähnlichem Getöse mitten in den Krautgärten der Gemeinde aus dem Boden geschossen sein – und wenige Tage später fanden die erstaunten Bewohner an jener Stelle eine Marienstatue. Über der Quelle wurde eine Kapelle errichtet, das Wasser galt auf die Fürbitte Mariens hin als heilkräftig, besonders bei Augenleiden – und die Wallfahrtstradition nach Ollersdorf reißt seither nicht ab.

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