Karfreitagsliturgie im Martinsdom: Hoffnung im Zeichen des Kreuzes
Zur heutigen Karfreitagsliturgie versammelten sich zahlreiche Gläubige im Martinsdom. Diese ist geprägt von Stille, der Verkündigung der Leidensgeschichte Jesu, den Großen Fürbitten sowie der Kreuzverehrung und lenkt den Blick in besonderer Weise auf das Leiden und Sterben Christi.
In seiner Predigt stellte Kaplan P. Mag. Matthias Gabriel die Betrachtung des Kreuzes in den Mittelpunkt und lud dazu ein, dieses Geschehen nicht nur als historisches Ereignis zu sehen, sondern als gegenwärtige Wirklichkeit des Glaubens. Durch die Liturgie werde das Leiden Christi für die Gläubigen heute vergegenwärtigt und könne so neu erschlossen werden.
Der Kaplan betonte, dass Jesus Christus sein Leiden aus Liebe zu den Menschen auf sich genommen hat. In Anlehnung an den Propheten Jesaja machte er deutlich, dass Christus "für unsere Sünden" gelitten habe und durch seine Wunden Heil geschenkt werde. Daraus erwachse die zentrale Hoffnung des christlichen Glaubens: Nicht menschliche Leistung führe zur Erlösung, sondern allein die barmherzige Liebe Gottes, die sich im Kreuz offenbart. Der Karfreitag sei daher auch ein Tag des Dankes für dieses unverdiente Geschenk der Erlösung.
Zugleich hob Pater Matthias Gabriel hervor, dass dieses Leiden nicht nur die Menschheit im Allgemeinen betrifft, sondern jeden Einzelnen ganz persönlich. Jesus habe sein Leben "für mich" hingegeben. Die Liebe Christi lade dazu ein, mit dem ganzen Herzen, dem Verstand und dem eigenen Leben darauf zu antworten. Abschließend betonte er, dass das Kreuz auch eine Antwort auf das menschliche Leid sei. In Jesus Christus habe Gott selbst das Leid geteilt und ihm Sinn gegeben. Gläubige seien eingeladen, ihr eigenes Leiden mit dem Kreuz Christi zu verbinden und darin eine tiefere Gemeinschaft mit ihm zu finden.
Damit wurde die Feier der Karfreitagsliturgie zu einer eindringlichen Einladung, das Kreuz nicht nur zu betrachten, sondern die Liebe Christi im eigenen Leben wirksam werden zu lassen.