Christen beten in Trausdorf für Einheit und Gemeinschaft
Ökumenischer Gottesdienst zum Abschluss der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" am Freitag, dem 23.1.2026, in Trausdorf, einer Visitationspfarre im Rahmen der bischöflichen Visitationen.
Gemeinsam feierten Bischof Ägidius Zsifkovics, Superintendent Robert Jonischkeit und Pater Raphael von der Metropolis Austria. Das Leitmotiv der Gebetswoche 2026: "Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung" (Eph 4,4). Im besonderen Blickpunkt der Gebetswoche stehen dieses Jahr die Christen in Armenien, die im 20. Jahrhundert verfolgt wurden und seit 2023 aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt werden.
Gemeinsames Gebet der drei Kirchen
Bischof Ägidius Zsifkovics brachte seine Freude über die gemeinsame Feier mit Superintendent Robert Jonischkeit, Pater Raphael und den Gläubigen zum Ausdruck. Das gemeinsame Gebet der drei Kirchen zu Beginn des Gottesdienstes hat seinen Ursprung in der Armenisch-Apostolischen Orthodoxen Kirche. Dieses Sonnenaufgangsgebet ist besonders jenen gewidmet, die ihren Glauben nicht leben und bezeugen dürfen. Es geht auf die täglichen Gebetszeiten der Armenischen Kirche zurück und wurde von einem bedeutenden Katholikos, Theologen, Liturgiereformer und frühen ökumenischen Brückenbauer formuliert.
Ermutigendes Zeichen gelebter Gemeinschaft
In seiner Predigt stellte Superintendent Jonischkeit die Einheit der Christen als zentrale Aufgabe christlichen Lebens heraus. Christliche Berufung bedeute, in Demut, Geduld und gegenseitiger Achtung zu leben. Die im Burgenland gewachsene ökumenische Zusammenarbeit würdigte er als ermutigendes Zeichen gelebter Gemeinschaft. Die gegenseitige Anerkennung der Taufe bezeichnete er als tragfähiges Fundament, das alle Christ:innen über konfessionelle Grenzen hinweg verbinde. Zugleich sprach Jonischkeit die bestehende Trennung der Kirchen in der Feier von Abendmahl und Eucharistie an. Künstliche Spaltung stelle immer ein schwerwiegendes Übel dar und widerspreche dem Auftrag zur Einheit. Er ermutigte, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen und den Weg zu sichtbarer Einheit weiterzugehen.
Respektvoller Dialog, gegenseitiges Verständnis
Pater Raphael betonte die Bedeutung des persönlichen Gesprächs und der Begegnung zwischen den Christen. Diese hätte im Geist der Liebe Christi und zugleich in Treue zur jeweiligen kirchlichen Überlieferung zu geschehen. Ein respektvoller Dialog ermögliche gegenseitiges Verständnis und stärke die gemeinsame Verantwortung für das christliche Zeugnis in einer Welt, die von einer tiefen geistlichen Sehnsucht geprägt sei.