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Von der Apostolischen Administration zur Diözese

© Diözese Eisenstadt

Diözesanwappen

Diözesanwappen | © Archiv

Heftige Auseinandersetzungen, nicht Dialog prägten das Werden der Apostolischen Administration des Burgenlandes, der Vorgängerin der 1960 errichteten Diözese Eisenstadt. Das Ende der Österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahr 1918 und die Friedensverträge der folgenden Jahre brachten in diesem Raum die Grenzen in Bewegung. Die im Jahr 1921 erfolgte Angliederung westungarischer Gebiete an Österreich ließ auch eine Neuordnung der kirchlichen Verwaltung als notwenig erscheinen. Schon ab Herbst 1919 bemühte sich die österreichische Bundesregierung, für das neue Bundesland ein von den bisherigen Diözesen Györ/Raab und Szombathely/Steinamanger unabhängiges kirchliches Verwaltungsgebiet zu erreichen. Im Gegensatz dazu wollten die beiden betroffenen ungarischen Bischöfe nicht auf ihre bisherige Jurisdiktion und damit auch auf beträchtliche Teile ihrer Diözesen verzichten. Beide Seiten versuchten, ihre Pläne beim Heiligen Stuhl durchzusetzen, wobei die Sachlichkeit der Argumente oft zu wünschen übrig ließ. Rom führte zunächst keine Entscheidung herbei, sondern wartete ab. Erst nachdem im Jahr 1921 das Burgenland endgültig ein Teil Österreichs geworden war, reifte die Zeit für eine Entscheidung. Am 18. Mai 1922 wurde der damalige Erzbischof von Wien, Friedrich Gustav Kardinal Piffl (1864-1932), zum Apostolischen Administrator des Burgenlandes ernannt. Seine vordringlichsten Aufgaben waren der Aufbau einer einheitlichen kirchlichen Verwaltung einschließlich der Regelung der Rechtsverhältnisse des burgenländischen Klerus, die Überwindung des durch die Rückkehr bzw. Rückberufung vieler Seelsorger in ihre ungarische Heimatdiözesen bedingten Priestermangels und die Erhaltung der konfessionellen Schule als öffentliche Schule (ein Erbe der ungarischen Vergangenheit), womit das Burgenland eine Sonderstellung in Österreich einnahm. Der burgenländische Klerus stellte sich rasch auf die neue seelsorgliche Situation ein und das religiöse Leben erfuhr in der Folge eine starke Förderung durch die Abhaltung von Katholikentagen und vor allem durch die Tätigkeit der katholischen Vereine. Im Jahr 1924 wurde der hl. Martin von Tours zum Landespatron des Burgenlandes bestimmt.

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Prälat Josef Köller | © Archiv

Auch nach dem Tod von Kardinal Piffl 1932 blieb die Verbindung mit Wien bestehen, denn sein Nachfolger Erzbischof Theodor Innitzer (1875-1955) wurde am 31. Oktober 1932 ebenfalls zum Apostolischen Administrator des Burgenlandes ernannt. Der von ihm bestellte Provikar Josef Köller, Dechant und Pfarrer in Kleinfrauenhaid, gehörte bereits dem Klerus des Burgenlandes an. Unter Kardinal Innitzer fand die Aufbauarbeit ihre Fortsetzung, das Katholische Lehrerseminar, das Priester- und das Knabenseminar wurden errichtet, die Kirchenverwaltung wurde von Wien nach Eisenstadt verlegt und die Katholische Aktion und das katholische Pressewesen erfuhren besondere Förderung. Kirchenbauten und –erweiterungen trugen ebenfalls den seelsorglichen Erfordernissen Rechnung. Mit 1. Mai 1934 trat das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich in Kraft, in dem unter anderem auch das Einverständnis über die Erhebung der Apostolischen Administration des Burgenlandes zu einer "Praelatura nullius " bekundet wurde. Dieser Plan, der die Trennung des burgenländischen Kirchengebietes von seinen ungarischen Mutterdiözesen gebracht hätte, konnte aber nicht verwirklicht werden. Das 1935 errichtete "Ratskollegium der Apostolischen Administration" stellte nur den ersten Schritt zur weiteren Mitbestimmung in kirchlichen Angelegenheiten dar, deren Ausbau besonders nach dem Zweiten Weltkrieg und den beiden Diözesansynoden (1959, 1970/71) erfolgte.

 

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Bad Sauerbrunn / Kittsee © Archiv

Die Ereignisse des März 1938 und die weitere Entwicklung unter der NS-Herrschaft unterbrachen jäh diese Aufbauwerk. So wurde z. B. das konfessionelle Schulwesen völlig zerschlagen und der Sitz der Kirchenverwaltung musste von Eisenstadt verlegt werden und befand sich vorübergehend in Mattersburg und dann für mehr als zehn Jahre in (Bad)Sauerbrunn. Beschränkungen und Behinderungen in der Seelsorge, Beschlagnahme kirchlicher Gebäude und Vermögenswerte und Verfolgung von Schwestern, Priestern und Laien durch das NS-Regime bedeuteten leidvolle Erfahrungen für die Kirche des Landes, eröffneten aber auch neue Wege in der Pastoral. Das Burgenland hatte als politische Einheit zu bestehen aufgehört, und der Name Burgenland blieb nur in der Bezeichnung der Apostolischen Administratur und der evangelischen Superintendenz erhalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erwiesen sich nicht nur die Linderung der Not der Bevölkerung und bauliche Maßnahmen – drei Kirchen waren völlig zerstört worden, über 100 Kirchen, Kapellen und andere kirchliche Gebäude wiesen zum Teil große Schäden auf – als notwendig, sondern auch die Pastoral bedurfte eines Wiederaufbaues.

 

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Bischof Dr. Josef Schoiswohl (rechts) mit Bischof Laszlo | © Archiv

Bereits 1947 war der Wunsch nach der Erhebung der Apostolischen Administratur Burgenland zur Diözese laut geworden, doch bestanden damals noch Zweifel an der Gültigkeit des Konkordates von 1933. Nachdem Kardinal Innitzer Papst Pius XII. um Entpflichtung von den Aufgaben des Apostolischen Administrators des Burgenlandes gebeten hatte, wurde der Dechant und Pfarrer von Wien-Mauer Josef Schoiswohl (1901-1991) am 12. November 1949 zu seinem Nachfolger ernannt. Seit 1951 Titularbischof von Phytea, leistete er in seiner Amtszeit wichtige Vorarbeiten für das Werden einer eigenen Diözese. So erfolgte die Verlegung der kirchlichen Verwaltungsstellen von (Bad)Sauerbrunn in die Landeshauptstadt Eisenstadt. Ein besonderes Anliegen war ihm die Erneuerung des kirchlichen Lebens, wobei die Sorge um den Priesternachwuchs und Aktivierung der Laien – insbesondere durch die Förderung der Katholischen Aktion – im Vordergrund standen.

 

Im Jahr 1954 wurde Bischof Schoiswohl die Leitung der Diözese (Graz-)Seckau anvertraut. Zu seinem Nachfolger wurde am 30. Jänner der bisherige Kanzleidirektor Stefan László (1913-1995) ernannt. Damit stand zum ersten Mal ein Burgenländer an der Spitze des Kirchengebietes, dessen Weg zur Diözese er wesentlich mitbestimmte und so auch einen großen Beitrag für das Selbstbewusstsein des Landes Burgenland leistete. Im Jahr 1956 wurde Prälat László zum Titularbischof von Metellopolis ernannt und in der Stadtpfarrkirche zum hl. Martin, der späteren Domkirche, zum Bischof konsekriert.

 

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Magna Quae | © Archiv

Die Anerkennung des Konkordates von 1933 durch Österreich machte auch den Weg frei für die Errichtung der Diözese. Nach eingehenden Verhandlungen und der Unterzeichnung der notwendigen Verträge verfügte Papst Johannes XXIII. mit der Bulle "Magna quae" vom 15. August 1960 die Errichtung der Diözese Eisenstadt und ernannte Bischof Stefan László am 14. Oktober zum Diözesanbischof, der am 11. November, dem Fest des hl. Martin, inthronisiert wurde. Am 1. Mai 1963 wurde das Kathedralkapitel von Eisenstadt errichtet.

 

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