Mutter Erde
Am Muttertag sehen wir das Leben vielleicht mit anderen Augen. Dankbar. Fürsorglich. Erkennend. Ich bin geborgen in Gottes mütterlicher Hand. Gedanken zum 6. Ostersonntag.
Lesejahr A II, 10.5.2026
Jauchzt Gott zu, alle Länder der Erde!
Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, * sie lobsinge deinem Namen!
Psalm 66,1.4
Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.
Impuls
Mutter Erde trägt uns,
oft ohne, dass wir es bewusst wahrnehmen.
Tag für Tag leben wir von ihr,
atmen ihre Düfte,
sehen ihre Farben,
empfangen von ihr,
was wir zum Leben brauchen -
Stärkung und Heilung.
Sie ist der Grund unter unseren Füßen,
Halt inmitten der Bewegung,
Heimat für Körper, Geist und Seele.
Wer die Erde berührt,
wer ihre Wärme,
ihre Fruchtbarkeit und ihre Schönheit wahrnimmt,
sieht Gottes Sein.
Er hat uns nicht ins Leere gestellt,
sondern in eine Welt, die uns trägt.
Gott spricht durch sie zu uns.
Sie erinnert uns daran,
dass Leben wachsen darf,
dass es Zeit braucht -
Wurzeln, Pflege und Geduld.
Sie erinnert uns daran,
dass Leben nicht gemacht,
sondern empfangen wird.
Was wächst, reift in Geduld.
Was blüht, verdankt es der Fürsorge.
Was Frucht bringt, lebt aus einem Geheimnis,
das tiefer ist als unser Tun.
Am Muttertag danken wir darum nicht nur für die Gaben der Schöpfung,
sondern auch für die Menschen,
die uns mütterlich begleiten –
mit Liebe, Geduld, Trost und Fürsorge.
So lädt uns Mutter Erde ein,
behutsam mit dem umzugehen,
was uns anvertraut ist,
achtsam zu sein,
für die Kostbarkeit des Lebens,
für die Schönheit der kleinen Dinge,
für das Getragensein in Gottes Schöpfung.
Und vielleicht beginne ich genau dort zu singen,
wo ich mit staunendem Herzen erkenne,
wie reich ich beschenkt bin.
© chrisgarz