Die nach Gerechtigkeit rufen ...
... erhalten oft Spott und Hohn, leiden und fühlen sich schwach. Doch keine Stimme ist lauter als die der Ehrlichkeit. Gedanken zum 22. Sonntag.
Lesejahr A II, 30.8.2026
Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!
Römer 12,2
Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich. Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, „Gewalt und Unterdrückung“ muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Hohn und Spott. Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so brannte in meinem Herzen ein Feuer ...
Jeremia 20,7b-9
Impuls
Die, die nach Gerechtigkeit rufen und Gewalt aufdecken,
werden es nie leicht haben.
Und wer sich von dieser inneren Haltung abwenden will,
weil sie Leiden lässt und anstregend ist
und Hohn und Spott mit sich bringt,
der wird ein Brennen in seinem Inneren spüren,
dass danach verlangt,
doch wieder zu sprechen ...
Laut zu rufen
und die Stimme
gegen Unterdrückung und Machtmissbrauch
zu erheben.
Oft denken wir, dass dieser Machtmissbrauch
nur in der Politik und "im großen Stil" passiert.
Nein,
er passiert überall -
bei der Arbeit durch Kollegen,
indem sie sich Schwächen zu nutze mache und
Kontrolle als Unterstützung kaschieren,
in der Familie zwischen Partnern und
auch Kinder gegenüber Eltern
und umgekehrt - egal wie alt man ist.
Und wenn wir das sehen
und nicht so handeln,
fühlen wir uns eigentlich schwach und ohnmächtig -
haben das Gefühl, nichts dagegen tun zu können,
denn -
die Welt ist nun mal so ...
Doch Liebe, im Sinne von,
jeder Mensch, ist genauso viel wert wie ich,
kann nie schwach sein.
Liebe ist stärker - immer ...
Und so müssen, sollen, können wir unser Denken erneuern.
Nicht in den Wogen der Unterdrückung und Gewalt,
in welcher Form auch immer,
mitzuschwimmen,
sondern uns
durch das Gute und Wohl-gefällige
verwandlen lassen.
Mit der, vielleicht auch lautlosen,
Stimme der Gerechtigkeit
verstummen wir aber nicht,
sondern strahlen aus ...
Selbst-vertrauen
Sicherheit
Ehrlichkeit und
Freiheit.
Nicht Egoismus
Vergeltung
Hinterhältigkeit und
Halbwahrheiten.
Gott ist es,
der mich fordert, der Mensch zu sein, der ich sein kann -
nicht mehr vor mir selbst fliehen zu müssen,
sondern ein vom Egoismus befreites Ich zu sein -
aus Liebe erschaffen.
Vollkommen
zur Liebe befreit ...
© chrisgarz
