Keine leere Hülse mehr
Barmherzigkeit. Klingt Zuckersüß, mit einem Schuss Zitrone. Gedanken zum 10. Sonntag.
Lesejahr A II, 7.6.2026
Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!
Matthäus 9,13
Impuls
Barmherzigkeit
ist in der Alltagssprache kein gebräuchliches Wort.
Es hat auch keinen guten Klang,
sondern eher einen Beigeschmack -
zuckersüß mit einem Schuss Zitrone.
Denn grundsätzlich
verlangen wir zuerst
nach Gerechtigkeit.
Was aber,
wenn diese innere Aufregung
zuerst
das Gesicht von
Zuwendung, Verständnis und Solidarität
erhält.
Kein Gesetz kann erzwingen,
was nur vom Herz ausgehen kann.
Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft des Charakters.
Barmherzig zu sein,
heißt sein Herz zu öffnen,
wahrzunehmen und zu handeln.
Barmherzigkeit bedeutet,
ich bin innerlich betroffen von dem, was mir begegnet ...
Ohne diese Barmherzigkeit -
oder wie wir es nennen wollen -
ohne dieses Zuwenden und Hinschauen,
Verstehen und Handeln,
wird Gerechtigkeit eine leere Hülse bleiben.
Doch mit dieser Liebe,
die dem anderen Gutes will und Gutes tut,
ist unser Leben
reich ...
... an Barmherzigkeit
misericordias -
"der mit dem armen, leidenden Herzen ist"
© chrisgarz