04.06.2026
Impuls

Keine leere Hülse mehr

Barmherzigkeit. Klingt Zuckersüß, mit einem Schuss Zitrone. Gedanken zum 10. Sonntag.

Lesejahr A II, 7.6.2026

 

 


Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!

Matthäus 9,13


 

Impuls

 

Barmherzigkeit

ist in der Alltagssprache kein gebräuchliches Wort.

Es hat auch keinen guten Klang,

sondern eher einen Beigeschmack -

zuckersüß mit einem Schuss Zitrone.

 

Denn grundsätzlich

verlangen wir zuerst

nach Gerechtigkeit.

 

Was aber,

wenn diese innere Aufregung

zuerst

das Gesicht von

Zuwendung, Verständnis und Solidarität

erhält.

 

Kein Gesetz kann erzwingen,

was nur vom Herz ausgehen kann.

 

Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft des Charakters.

 

Barmherzig zu sein,

heißt sein Herz zu öffnen,

wahrzunehmen und zu handeln.

 

Barmherzigkeit bedeutet,

ich bin innerlich betroffen von dem, was mir begegnet ...

 

Ohne diese Barmherzigkeit -

oder wie wir es nennen wollen -

ohne dieses Zuwenden und Hinschauen,

Verstehen und Handeln,

wird Gerechtigkeit eine leere Hülse bleiben.

 

Doch mit dieser Liebe,

die dem anderen Gutes will und Gutes tut,

ist unser Leben

reich ...

 

... an Barmherzigkeit

misericordias -

"der mit dem armen, leidenden Herzen ist"

© chrisgarz