Von göttlichen Aussichten und menschlichen Einsichten
Notwendige Entscheidungen aufgrund nüchterner Beurteilung, kontextangepasst: Altersmilde ist keine Schwärmerei. Gedanken zum 23. Sonntag.
Lesejahr C I, 7.9.2025
Schriftwort
Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen oder wer begreift, was der Herr will?
Weish 9,13
Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein.
Phlm 14b
Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Lukas 14,28
Impuls
Netzwerken ist ein ganz wichtiges Tätigkeitsfeld in der modernen Lebenswelt, sowohl ökonomisch als auch sozial.
Wenn man heute bei Paulus nachliest, dann erscheint dieses moderne soft skill allerdings als ein „alter Hut“. Es ist berührend, wie der alt gewordene „Patriarch“ seine Autorität zugunsten eines ihm liebgewordenen Vertreters der übernächsten Generation in die Waagschale wirft, um das Herz eines seiner „Söhne im Geiste“ zu erweichen.
Altersmilde beurteilt oftmals anders, als dies eine „Führungskraft“ in der Blüte und Vollkraft des Lebens tut (und tun muss).
Der Kontext ist entscheidend.
Es ist oftmals nicht angenehm beurteilen zu müssen. Doch Entscheidungen müssen getroffen werden. Irgendwann hört sich jede „romantische Schwärmerei“ auf, selbst in der Gefolgschaft Jesu. Nicht alle werden wohl die harten, unmissverständlichen Worte des heutigen Evangeliums hören wollen – heute nicht, und auch damals nicht.
„Die Pläne des Herrn sind unergründlich…“ – auch so eine unangenehme und doch zutreffende Wahrheit.
© nikfai