nicht selbstverständlich
Existenz im Bemühen. Gedanken zum 21. Sonntag.
Lesejahr C I, 24.8.2025
Schriftwort
Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.
Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.
Lk 13,24.30
Impuls
"Wir kommen alle, alle in den Himmel - weil wir so brav sind..."
Aus diesem Liedtext spricht weinselige Naivität, die scheinbar nicht ernst nehmen will, dass das Leben todernst ist. Jedenfalls "schmeckt" dieser Liedtext wesentlich angenehmer als die Aussagen der heutigen Schriftlesungen:
- Während der "Schunkelschlager" Gott als einen harmlosen, nicht wirklich ernst zu nehmenden Tattergreis zeichnet,
- stellt Jesus uns das Bild eines souveränen Gastgebers vor Augen, der schon auch mal unliebsame Gäste abweist, wenn die sich nicht zu benehmen wissen.
- Paulus legt noch ein "Schäuferl" nach, wenn er das Klischee des seinen Sohn züchtigenden Vaters bemüht. Das entspricht nun wirklich nicht mehr unserem heutigen Verständnis.
Auch, wenn ich - der dies schreibt - meine Schwierigkeiten mit diesen anspruchsvollen Bibeltexten habe, so entnehme ich doch folgende "Frohe Botschaft":
Es ist nicht "wurscht", wie ich mein Leben gestalte.
Ich kann - und ich darf - mich bemühen.
Ich bin nicht von vornherein "abgestempelt".
Es liegt - zumindest zu einem Gutteil - an mir selbst, ob ich der Einladung Gottes Folge leiste. Ich bin also eingeladen!
Das ist doch eine gute Nachricht!
Ich entscheide selbst, ob ich mich bemühe, ob ich alles daran setzen, dieser Einladung Folge zu leisten.
Ein Selbstläufer ist das nicht.
Aber gerade deshalb fühle ich mich dann auch ernst genommen...
© nikfai