Vom Sprechen, aber auch vom Schweigen
Überfließendes Herz und tätige Zunge. Gedanken zum 8. Sonntag.
Lesejahr C I, 02.03.2025
Schriftwort
Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund.
Lukas 6, 45c
Impuls
In seinen Reden und Gleichnissen schöpft Jesus aus einem reichen Fundus an Bildern aus Natur und Landwirtschaft. Die Früchte zeigen den wahren Zustand eines Obstbaumes.
Wie ist das bei einem Menschen?
Eine berührende Stelle aus dem deutschem Requiem von Johannes Brahms vertont ein Bibelzitat (Offb 14, 13):
Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an.
Ja, der Geist spricht,
daß sie ruhen von ihrer Arbeit;
denn ihre Werke folgen ihnen nach.
Was macht einen Menschen aus? Das, was von ihm "greifbar" bleibt?
Ein "Werkzeug" - keinesfalls zu unterschätzen - ist die Fähigkeit der Sprache: Mit dieser Befähigung kann ich trösten, aufbauen - aber ebenso eine Existenz zerstören!
Verräterisch ist die Zunge...
Doch ist sie lediglich das "ausführende Organ".
Das Herz - als Sitz der Emotionen - bewegt die Zunge, den Mund.
Auch eine Art von Fastenvorsatz für die kommende Zeit der Vorbereitung auf Ostern:
Die Pflege des eigenen Herzens mit nährenden Zeiten der Aufmerksamkeit, Muße, Stille; durch das Einüben positiver Gedanken; durch ein Innehalten und Durchatmen vor einer herausfordernden Antwort.
Damit der Mund in einem guten Sinne übergehen kann von dem, was das Herz erfüllt:
Wisse immer, was du sagst.
Aber sage nicht immer, was du weißt.
© nikfai