Versöhnung und Frieden
Versöhnung braucht Zeit und Wahrheit. Sie schenkt zugleich ein Weiterkommen, Wachsen, Freiheit und inneren Frieden. Gedanken zum 7. Ostersonntag.
Lesejahr A II, 17.5.2026
Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Dringen Böse auf mich ein, … Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.
Hoffe auf den Herrn, sei stark und fest sei dein Herz! Und hoffe auf den Herrn!
Psalm 27,1.3.14
Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.
Impuls
Versöhnung,
kann ein großer Augenblick sein
und ein stiller Weg.
Sie beginnt dort,
wo ich mich nicht vom Schmerz bestimmen lassen will.
Nicht durch Vergessen,
sondern in dem mutigen Wunsch,
dass das Verletzte nicht das letzte Wort hat.
Versöhnung braucht Zeit
und Wahrheit
und manchmal viele kleine Schritte.
Aber sie öffnet einen Raum,
in dem neues Leben möglich wird.
Ein Leben,
in dem ich weitergehen kann,
ohne, dass mich eine Kränkung
zurückhält, festhält und bestimmt.
Ein Leben,
in dem ich mich weiterentwickeln kann.
Verzeihen heißt nicht,
das Geschehene kleinzureden oder zu vergessen,
sondern es bedeutet ein Herz zu haben, dass nicht hart ist wie Stein.
Ein Herz,
dass in mir inneren Frieden verbreitet.
Wo ich manchmal vielleicht auch müde werde,
ist Gott mein Licht und meine Zuversicht.
Ihm darf ich alles, was mich belastet geben –
Schuld und Enttäuschung.
Alles, was in mir dunkel ist.
Er sieht tiefer als meine Verletzungen
und reicht weiter als meine Kraft.
Wo ich an Grenzen kommen,
ist Er da.
Fest und stark ist mein Herz,
weil es in Gottes Herz ruht.
So wächst Versöhnung.
So wird Verzeihen zu einem Weg der Heilung.
So findet die gekränkte Seele Ruhe.
Hier legt Gott seinen Frieden
in mein Herz.
© chrisgarz