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11.11.2019
Diözese Eisenstadt / St. Martinsfest 2019 / Diözesanjubiläum / Altbischof Paul Iby / Diamantenes Priesterjubiläum / Ägidius J. Zsifkovics 
Hunderte feiern Auftakt zum Diözesanjubiläum mit Bischöfen Iby und Zsifkovics
Altbischof Iby leitet Gottesdienst zum Martinsfest im Martinsdom und wird zugleich zu seinem diamantenen Priesterjubiläum geehrt – Iby hat sich laut Diözesanbischof Zsifkovics in 17 Jahren als Verantwortlicher für die Diözese bemüht, "mit Gott und den ihm anvertrauten Menschen im Dialog zu sein" – Nach Worten Ibys war Burgenland einmal Armenhaus Österreichs, aus dem viele Menschen auswanderten, doch aus einem Problemgebiet wurde "durch Fleiß und Zielbewusstsein ein selbstständiges Land und eine selbstständige Diözese"

Altbischof Paul Iby stand dem Gottesdienst zum St. Martinsfest vor und wurde zugleich zu seinem diamantenen Priesterjubiläum geehrt 
© Franz Josef Rupprecht

Eisenstadt – Im Eisenstädter Martinsdom ist am Montag das Fest des Landespatrons des Burgenlands – des hl. Martin von Tours –, die Eröffnung des Jubiläums "60 Jahre Diözese Eisenstadt" sowie das diamantene Priesterjubiläum von Altbischof Paul Iby begangen worden. Der Jubilar stand selbst dem Pontifikalamt vor, bei dem Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, Altbischof Maximilian Aichern (Linz) und zahlreiche Priester aus der Diözese, aus anderen Diözesen und aus Ordensgemeinschaften konzelebrierten. Unter den Ehrengästen waren der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Altlandeshauptmann Hans Niessl, die Landtagspräsidenten Verena Dunst und Rudolf Strommer, Bürgermeister Thomas Steiner, Superintendent Manfred Koch (Ev. Kirche) und Abt Paisios Jung (Orth. Kirche). Hunderte Gläubige feierten im Dom mit.
Diözesanbischof Zsifkovics verlas Segenswünsche von Papst Franziskus an den Jubilar und verband sie mit der Hoffnung, dass Iby Wegweiser und Fürsprecher für die Kirche im östlichsten Bundesland sein möge. Er habe Iby gebeten, und zwar als Herzensanliegen – so Zsifkovics -, dass er das Diözesanjubiläum eröffne und mit der Diözese feiere. Bischof Iby habe sich in den 17 Jahren als Verantwortlicher für die Diözese bemüht, "mit Gott und den ihm anvertrauten Menschen im Dialog zu sein", er habe "viele spirituelle und ökumenische, bauliche und gesellschaftspolitische Initiativen gesetzt, die unsere Diözese und unser Burgenland bereichert und vorangebracht haben". "Wie der gute Hirte" sei Iby den Gemeinden vorangegangen, in denen er immer "einer von ihnen" gewesen sei.

Als Geschenk überreichte Zsifkovics dem Altbischof, der sowohl sein 60. Priesterjubiläum als auch – in Kürze – seinen 85. Geburtstag feiert, eine Martinsikone. Sie zeigt den in Pannonien geborenen späteren Bischof von Tours mit dem Evangelium in der einen und dem Hirtenstab in der anderen Hand. Damit sei Ibys Dienst "als Christ, als Priester und als Bischof/Hirte gut dargestellt".

Nach Saint-Germain stand man vor "Trümmerhaufen"
Altbischof Iby ging in seiner Ansprache zurück in die Zeit, als das Burgenland von Grenzkonflikten und Armut gekennzeichnet war. "Als im Jahre 1921 nach dem Friedensvertrag von Saint-Germain am Ende des 1. Weltkrieges das Gebiet von Deutsch-Westungarn zu Österreich kam, war das kein geordnetes, einheitliches Ganzes, sondern ein Trümmerhaufen. Dieses Gebiet gehörte zu den ungarischen Komitaten Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg. Kirchlich gehörte es zu den Diözesen Szombathely und Győr. Wie sollte aus diesen Teilen etwas Einheitliches werden? Hat daran überhaupt jemand geglaubt?", so der emeritierte Bischof. 
Dass aus dem Trümmerhaufen ein eigenes selbständiges Bundesland und eine selbständige Diözese werden könnte, sei eine "Vision" gewesen, die jedoch ausdrücklich so "von niemandem ausgesprochen" worden sei. Im Kleinen seien es "die Schulmeister und die Pfarrer in den burgenländischen Gemeinden und das fleißige Volk gewesen, die Schritt für Schritt diese Vision zu verwirklichen suchten".
Aus dem sogenannten "Armenhaus Österreichs", aus dem viele Menschen in die USA und nach Kanada auswanderten, "wurde durch Fleiß und Zielbewusstsein ein selbstständiges Land und eine selbstständige Diözese". Im Volk sei "nach den Zeiten, wo man verächtlich auf das Burgenland hinschaute und viele der Menschen sich schämten, zu sagen, dass sie Burgenländer seien", Selbstbewusstsein und Heimatbewusstsein gewachsen.
Fundament dafür, dass die verschiedenen Volksgruppen und die verschiedenen Konfessionen und Religionen in diesem Land zu einer friedlichen Einheit gefunden hätten, sei der Glaube an Gott gewesen, wie ihn der Apostel Paulus im Epheserbrief beschreibe. Es sei dies ein Glaube verbunden mit Bemühen um Frieden, Einheit und Miteinander.
Dieser Friede sei gewachsen, trotz der Anfangsschwierigkeiten und der schweren Jahre des Zweiten Weltkrieges. Dennoch müsse in diesem Zusammenhang beklagt werden, dass "zwei nachhaltige schwierige Zerstörungen leider nicht wiederhergestellt werden konnten: Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden im Burgenland und die Deportierung und Ermordung vieler hunderter Mitglieder der Volksgruppe der Roma und Sinti", hob Bischof Iby hervor.

Ein Rheinländer war "erfolgreichster all unserer Gesandten"
Im Blick auf die Diözesangeschichte würdigte er mehrere wichtige Persönlichkeiten, darunter Ludwig Freiherr von Pastor, Kardinal Friedrich Gustav Piffl, Kardinal Theodor Innitzer, Bischof Josef Schoiswohl, Bischof Stefan László und Bischof Ägidius J. Zsifkovics.
Der gebürtige Rheinländer Ludwig von Pastor sei 1921 zum Gesandten Österreichs beim Vatikan ernannt worden und habe als solcher entscheidenden Einfluss bei der Diözesanfrage des Burgenlands gehabt. Bundeskanzler Prälat Seipel habe Pastor als "einen der erfolgreichsten all unserer Gesandten" bezeichnet, und zu seinem größten Erfolg zähle die Durchsetzung der Ernennung Kardinal Friedrich Gustav Piffls zum Apostolischen Administrator des Burgenlandes.
In der katholischen Kirche sei es unter Piffl und seinem Nachfolger Innitzer darum gegangen, "die Anteile der Diözese Szombathely und der Diözese Győr zu einer kirchlichen Einheit zusammenzuführen", erinnerte Iby. Schritt für Schritt sei man nun daran gegangen, die wichtigsten Einrichtungen für die Apostolische Administratur Burgenland – die im übrigen auch während der NS-Zeit diesen Namen beibehielt – aufzubauen.
"Es war im Land wenig vorhanden. Knaben, die Priester werden wollten, gingen ins niederösterreichische Knabenseminar Hollabrunn. Ein eigenes Priesterseminar gab es auch nicht. Es wurde erst 1933 in Wien in der Habsburgergasse errichtet. Die Lehrerausbildung war zunächst nur bei den Schwestern vom Göttlichen Erlöser für Mädchen möglich. Eine Mittelschule gab es zunächst auch nur in Oberschützen. Nach und nach wurde das Schulwesen weiter ausgebaut, sodass Studierende nicht mehr außer Landes gehen mussten", erinnerte Iby.

Verwaltung wurde 1951 nach Eisenstadt verlegt
Nach der schweren Zeit des Nationalsozialismus sei am 12. November 1949 Dr. Josef Schoiswohl zum Apostolischen Administrator ernannt worden. Schoiswohl habe sich bemüht, die kirchliche Verwaltung nach Eisenstadt zu verlegen, was dann 1951 erfolgen habe können. Im gleichen Jahr sei Schoiswohl zum Titularbischof von Phytea ernannt worden – "und hier, in der damaligen Stadtpfarrkirche zum hl. Martin, als eigentlich erster Bischof des Burgenlandes konsekriert" worden.
Bischof Schoiswohl habe auch begonnen, die Stadtpfarrkirche von Eisenstadt als künftige Domkirche umzugestalten. Weiters sei in Mattersburg das Knabenseminar neu gebaut worden.
Als Schoiswohl 1954 Diözesanbischof von Graz-Seckau wurde, sei ihm Dr. Stefan László als neuer Apostolischer Administrator nachgefolgt. Er wurde zum Titularbischof von Metellopolis ernannt und 1956 in der Martinskirche zum Bischof geweiht. Er habe die Bemühungen von Bischof Schoiswohl fortgesetzt, damit das Burgenland zu einer Diözese erhoben werde. Unter Papst Johannes XXIII. sei dies tatsächlich gelungen, fasste Iby zusammen.

Am 23. Juni 1960 sei schließlich der konkordatsbezogene Vertrag für die Errichtung der Diözese Eisenstadt in Wien unterfertigt worden, und aufgrund dieses Vertrages habe dann Johannes XXIII. am 15. August 1960 die Diözese Eisenstadt durch die Bulle "Magna quae … incrementa" (Das große Wachstum) errichtet. Die Festfeier der Diözesanerrichtung und der Inthronisation des ersten Diözesanbischofs von Eisenstadt, Stefan László, habe am 11. November 1960, dem Landesfeiertag und Festtag des Schutzpatrons des Landes und der Diözese, stattgefunden.
László sei "wirklich der Baumeister der Diözese, baumäßig und pastoral", gewesen, hielt Iby fest: "In seiner Amtszeit fand das Zweite Vatikanische Konzil, fand die erste und die zweite Diözesansynode 1961 und 1970, statt. Und im Jahr 1988 besuchte der heilige Papst Johannes Paul II. die Diözese Eisenstadt. Beim Gottesdienst in Trausdorf forderte er uns auf Brückenbauer zu den benachbarten Schwestern und Brüdern hinter dem Eisernen Vorhang zu werden."

Die Einheit in der Vielfalt leben
Zweiter Diözesanbischof von Eisenstadt sei er, Iby, geworden. 1996 habe der "Dialog für Österreich" stattgefunden, den er regional als "Dialog für Burgenland" fortgesetzt habe. "Mein pastorales Ziel in diesen Jahren war gemäß meines Wahlspruchs ‚Omnia in caritate‘ lebendige, hellwache Gemeinden aufzubauen." Und 2003 habe die Seligsprechung des ersten Seligen der Diözese, des Arztes der Armen Ladislaus Batthyány-Strattmann, in Rom stattgefunden.
Der dritte Diözesanbischof von Eisenstadt, Dr. Ägidius J. Zsifkovics, führe diese Bemühungen im Projekt "Der Pastorale Weg – Mit Jesus Christus gemeinsam unterwegs", fort. Zsifkovics habe in seinem Hirtenwort die Einladung und Ermutigung an alle Bürger des Burgenlandes und an die Christen der Diözese ausgesprochen, gemeinsam in die Zukunft weiter zu gehen, unter dem Motto: Einheit in der Vielfalt, resümierte Iby.

Höhepunkt des Diözesanjubiläums am 1. Juni 2020
Der Gottesdienst zum St. Martins Fest, der musikalisch von der Dommusik St. Martin unter Thomas Dolezal gestaltet wurde, bildete den Auftakt des Eisenstädter Diözesanjubiläums 1960/2020. Höhepunkt des Jubiläumsjahres, das bis 11. November 2020 dauert, wird das Fest am Pfingstmontag, 1. Juni 2020, im Esterházy-Schlosspark sein, zu dem Diözesanbischof Zsifkovics zu Beginn der Messe am Montag einlud.

Konzelebranten bei dem Pontifikalamt, das teilweise dreisprachig war, waren unter anderen auch der Rektor des Jerusalemer Hospizes, Prof. Markus Bugnyar, sowie der Rektor des römischen Priesterkollegs Santa Maria dell’Anima, Franz Xaver Brandmayr. Die Lesungen und Fürbitten wurden auch auf Kroatisch und Ungarisch vorgetragen. Den Abschluss bildete ein Gebet von Papst em. Benedikt XVI. zum 60-Jahr-Jubiläum der Diözese Eisenstadt.
Als zweite liturgische Feier am Landesfeiertag stand am Nachmittag eine Pontifikalvesper mit Kindersegnung auf dem Programm. Vorgesehen war dabei die Installation von Bischofsvikar Željko Odobašić (Kroatisches Vikariat) als Domkapitular und die Installation von Generalvikar Martin Korpitsch als Dompropst.

© Franz Josef Rupprecht

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