Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
Bergkirche1

Eisenstadt

Pfarrkirche zu Mariä Heimsuchung (Kalvarienbergkirche, Haydnkirche) in der Stadtgemeinde Eisenstadt

© Manfred Eiszner

Geschichte

Eisenstadtaussen

Bergkirche Eisenstadt


An jenem Ort, an dem sich heute auf einem flachen Ausläufer des Leithagebirges das burgenländische Landesheiligtum der Muttergottes von Eisenstadt-Oberberg erhebt – die Gnadenkapelle, der Kalvarienberg und die Kirche zu Mariä Heimsuchung - , befanden sich noch vor drei Jahrhunderten nur Wälder, Sümpfe und ein Steinbruch. Die Gebäude verdanken ihre Entstehung und Ausgestaltung der Familie Esterhàzy. Fürst Paul Esterhàzy war von einer Wallfahrt nach Maria Lanzendorf so beeindruckt, dass er den Entschluss fasste, auch nahe seiner Residenz in Eisenstadt einen ähnlichen Berg zu errichten. Er berief den Schöpfer des Werkes in Lanzendorf, Bruder Felix Niering, nach Eisenstadt, der 1701 mit seiner Arbeit begann, 1707 wurden insgesamt zehn Kapellen und 18 Altäre in diesem künstlich errichteten Berg geweiht. Die Gnadenkapelle mit der Gnadenstatue des Bildhauers Michael Felser (1690), ebenfalls Teil des Kalvarienberges, wurde 1711 geweiht. Der Plan, zur Betreuung der Pilger die Wallfahrtskirche zu Mariä Heimsuchung zu bauen, hatte schon Fürst Paul I. Esterhàzy gefasst. Der Adelige starb jedoch am 26. März 1713 im Alter von 78 Jahren. 1715 erfolgte zwar die Grundsteinlegung für den Bau des Gotteshauses, doch gingen die Arbeiten nur zögernd voran. Die Nachfolger von Fürst Paul I. hatten nicht die Geldmittel, den geplanten Neubau weiterzuführen. Nun bemühten sich die Franziskaner um die Fortsetzung der Arbeiten am Kirchenneubau. Die Geistlichen beschränkten sich jedoch darauf, vom ursprünglichen Plan lediglich den als Altarraum vorgesehenen Bauteil der Riesenkirche zu beenden. Die Kirche entstand im Westen des Kalvarienberges und der Gnadenkapelle. 1722 verfügte die Kirche Mariä Heimsuchung bereits über eine Dachkonstruktion. Das Gotteshaus wurde in der Folge so weit ausgestattet, dass ab dem Jahr 1743 fallweise auch Gottesdienste stattfinden konnten. Es ist anzunehmen, dass 1765 zumindest ein Turm ausgebaut war, da in diesem Jahr drei kleine Glocken angekauft wurden. Mit der Ausmalung des Kircheninneren im Jahr 1772 war der Neubau im Wesentlichen beendet.

Erst in der Zeit nach der Erhebung zur Pfarrkirche im Jahr 1794 erteilte Fürst Nikolaus III. den Auftrag zu einer weiteren Ausgestaltung.

Am 10.9.1803 – 88 Jahre nach der Grundsteinlegung – erfolgte die Weihe der Kirche zu Ehren Mariä Heimsuchung. Von 1820 bis 1954 war der Komponist Joseph Haydn in der Haydngruft, der Krypta der Kirche, beigesetzt, bevor er 1954, nach der Rückgabe des Schädels, im Haydnmausoleum bestattet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus wiederholt restauriert, 1950-1955 erhielt es einen neuen Außenputz und eine stilgerechte Hartdeckung des Daches. 1980-1981 fand eine vollständige Innenrestaurierung statt. 1988-1992 wurde die Außenfassade erneuert, 1993 die berühmte Haydnorgel einer Restaurierung unterzogen.

Äußeres

Die Gebäudegruppe bietet einen imposanten Anblick. Es besteht heute nur jener Bauteil, der nach Eisenstädter Überlieferung das Sanktuarium der geplanten riesigen Kirche werden sollte. Der mächtige vierseitige Block weist ein Walmdach auf. An der Westfront befinden sich zwei quadratische Turmstümpfe, die Zeltdächer tragen. Westseitig schließt an den Baukörper eine zweigeschossige Vorhalle an. Im Süden sind die Sakristei und niedrige Devotionalienbuden angebaut. Über der Segmentbogentür zur Nordhalle (um 1795) ist das fürstlich Esterhàzysche Wappen zu sehen.

Innenraum

Eisenstadtinnen

Bergkirche, Innenraum © Eisenstädter KirchenZeitung


In drei Rundseiten des kreisrunden Raumes mit westlicher Vorhalle befinden sich Altarnischen. Zu Seiten von Türen und Oratorienfenstern gliedern je zwei hohe Pilaster mit Gebälk die Wand. Die Kuppel zeigt eingeschnittene Lünettenfenster. Die Empore ruht auf drei Kreuzgratgewölben. Die Brüstung ist gerade, unter dem Vorsprung für das Orgelpositiv ist ein gemaltes Wappen der Fürsten Esterhàzy zu erkennen. Die Wandmalerei in der Kuppel mit einer Darstellung der Himmelfahrt Christi stammt von Christian und Wolfgang Köpp (1772). Das Altarbild des Hochaltars zeigt Mariä Heimsuchung. Es handelt sich um eine Kopie von 1889 nach dem 1797 geschaffenen Original von Stefan Dorffmeister. Die Altargemälde der Seitenaltäre stellen in schwarzen Rundbogenrahmen die Geburt Mariä und die Apotheose des hl. Michael dar (um 1770). Den viereckigen Kanzelkorb (18. Jahrhundert) zieren gemalte Szenen aus dem Leben Jesu. Die sogenannte Haydnorgel wurde 1797 aufgestellt. Mit ihr wurden in den folgenden Jahren mehrere Messkompositionen Joseph Haydns bei der Uraufführung unter der Leitung des Meisters begleitet. Der fünfteilige Prospekt weist reich geschnitzten Akanthusschmuck auf. Der Taufstein aus dem 18. Jahrhundert trägt die Jahreszahlen der Entstehung und Renovierung (1712 bzw. 1889). Sehenswert ist der Grabstein Joseph Haydns unter der Empore, dessen Sockel eine Inschriftentafel aufweist. Neben dem Grabstein führt eine Tür zum Mausoleum (1932). Hier wurden die Gebeine des Komponisten 1954 endgültig bestattet. Die Gruft unter der Kirche birgt einige interessante klassizistische Grabsteine.

Kontakt zur Pfarre …

Aus „Bedeutende Wallfahrten, Kirchen und Kapellen“
Band II: Niederösterreich und Burgenland
Journal-Verlag


DE Karte auf einer größeren Karte anzeigen

Diözese Eisenstadt
7000 Eisenstadt, St. Rochus-Straße 21 | T 02682/777 | Impressum

Anregungen
E-Mail
Facebook