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Das Sakrament der Buße

Das Sakrament der Buße

© Diözese Eisenstadt/Martina Staudenherz

Das Sakrament der Buße ("Beichte") ist das große Geschenk des Herrn Jesus Christus nach seiner Auferstehung an seine Kirche: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben ..." (Joh 20,23).

Heute ist das Bußsakrament in einer schweren Krise. Die meisten Glieder der Kirche nehmen dieses Geschenk Christi nicht an. Zwei Gründe dafür unter vielen:

Ein einseitiges Gottes- und Menschenbild ("Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind ...") und das Fehlen von Schuldbewusstsein ("Ich habe nichts gestohlen und niemand umgebracht! Wozu soll ich beichten?").

Der Glaube sagt uns: Gott hat uns aus Liebe geschaffen und zu einem unbegrenzten, glücklichen Leben mit ihm berufen. Er lässt uns dieses Glück frei wählen: Unsere Lebensführung gilt ihm als Ja oder Nein zu seinem Angebot. Wir selbst also entscheiden über unsere endgültige Zukunft!

Eine alte Menschheitserfahrung weiß: Kein Mensch (außer Jesus und Maria) konnte und kann auf die Dauer alle Gebote Gottes, die den Weg zum ewigen Leben markieren, erfüllen; jeder verstößt im Laufe der Zeit dagegen – er sündigt. Damit trübt er zumindest die Vater-Kind-Beziehung zu Gott. Wer bewusst und frei in einer wichtigen Sache gegen ein Gebot Gottes verstößt, zerreißt diese Beziehung aus eigener Schuld. Die Kirche spricht hier von ganz schwerer Sünde. Der einzig normale Weg, diese Beziehung wieder auf zunehmen, ist das Bußsakrament. In ihm schenkt Christus uns die Versöhnung mit Gott und der Kirche. Ein Bußgottesdienst ("Gemeinschaftsbeichte") genügt dafür nicht (s. "Gotteslob" 55-57).

Dem Christen, der nicht zur Beichte geht, entgeht viel! Die Beichte ist ein gerader Weg zur Selbsterkenntnis und die wirksamste Medizin gegen das größte Übel, die Sünde. Sie ist die beste Hilfe zur Umkehr aus einer verkehrten Gesinnung und Einstellung. Ein gläubiger Christ wird einfach das Bedürfnis haben, von Zeit zu Zeit in seinem Inneren aufräumen und sich durch die Beichte von verdrängten Altlasten befreien zu lassen.

Wie Gott zum Menschen steht, der zu ihm umkehren will, und die Aussöhnung mit ihm sucht, zeigt sehr schön das Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lk 15,11-32). Zur Versöhnung, die Gott frei und gern gewährt, soll der schuldig gewordene Mensch sein Teil beitragen:

Er soll seine Schuld einsehen, und es soll ihm Leid tun ("Reue"); er soll seine Sünden vor einem von Christus Bevollmächtigten (Bischof, Priester) aussprechen ("Beichte", Bekenntnis); und er soll sich verpflichten, den angerichteten Schaden nach Möglichkeit gut zu machen oder ein anderes gutes Werk zu tun ("Buße", Genugtuung).

Da wir Menschen oft nicht tun, was für uns gut ist, bietet die Kirche Hilfe an. Und sie verweist darauf, dass es sehr nützlich und hilfreich ist, auch für leichtere Sünden die Beichte in Anspruch zu nehmen. Sie macht die Beichte schwerer Sünden wenigstens einmal im Jahr verbindlich.

Ein schmerzliches Problem für die Kirche ebenso wie für diese Betroffenen ist die Stellung der wieder verheirateten Geschiedenen in der Kirche. Da weiß die Kirche sich selber keinen Rat! Die oberste Kirchenleitung hält fest, dass solche Personen zu den Sakramenten nicht zugelassen werden können, weil ihre Lebensführung der Wahrheit des Ehesakramentes widerspricht. Es wird ihnen aber zugleich versichert, dass sie keineswegs von der Liebe Gottes und der Sorge der Kirche ausgeschlossen sind. Im Vertrauen, dass Gott genug andere Wege zum ewigen Heil für sie weiß, werden sie ermuntert, sich in jeder anderen Weise in das kirchliche Leben einzubringen und sie werden um Geduld mit der Kirche und ihrer eigenen Situation gebeten.

Gewiss gibt es auch in diesem Bereich Ausnahmen. Jeder Fall aber wird sorgfältig zu prüfen und zu behandeln sein.

Wer einmal die Freude, den inneren Frieden und die Erleichterung verspürt hat, die mit der Zusage der Vergebung belastender Schuld verbunden ist, der wird gern und mit einer gewissen Regelmäßigkeit die Mühe der Beichte auf sich nehmen. Für die Vorbereitung auf die Beichte sind die vier Gewissensspiegel im "Gotteslob" (Nr. 61 – 64) hilfreich. Der formelle Ablauf der Beichte ist im "Gotteslob" 60 dargestellt.

Das Bußsakrament kann an jedem beliebigen Ort und zu jeder Zeit empfangen werden, sofern nur ein dazu bevollmächtigter Priester zur Stelle ist. Beichtzeiten sind in den katholischen Pfarrämtern zu erfragen.