Wo sehe ich die Aufgaben der Pfarre in Mattersburg?
Als ich am 1. September dieses Jahres die Pfarre Mattersburg übernommen
habe, dann sicherlich nicht als Neuankömmling. Bereits als Kind war ich
fünf Jahre Gymnasiast in Mattersburg und wohnte im ehemaligen Schülerheim
der Diözese Eisenstadt. Von 1999 – 2006 war ich als Diakon und dann
als Jugendpfarrer für das Burgenland im Pfarrhof Mattersburg.
In meiner Zeit als Pfarrer im Südburgenland waren die Kontakte zur
Fußballakademie und zum Verein 2getthere Garant dafür, dass ich die Entwicklung
in Mattersburg mitverfolgen konnte.
Die Pfarre Mattersburg übernehme ich in einer Zeit der gesellschaftlichen
Veränderungen, die sowohl die Politik, Wirtschaft wie auch die Kirche
betreffen. Die Menschen fürchten um ihre materielle Basis und um ihre
Zukunft. Veränderungen bleiben jedoch niemals an der Oberfläche, sondern
gehen hinein in das Innerste des Menschen und rühren an der Sinnfrage. Die
Menschen sehnen sich jedoch nach Sicherheit und Geborgenheit – nicht nur im
Materiellen, sondern auch im Seelischen und Religiösen.
Wo sehe ich die Aufgaben der Pfarre in Mattersburg? Als Kirche auf
dem Weg durch die Zeit dürfen wir die Menschen an den Schnittpunkten
des Lebens begleiten. Ich lade Sie daher ein die Sakramente mitzufeiern
und sie den Kindern und Jugendlichen in Taufe, Buße, Eucharistie und
Firmung nicht vorzuenthalten. Neben einer guten schulischen Ausbildung
und einer gesunden Ernährung braucht der Mensch die Bildung der
Seele und des Gewissens. Besonders wichtig ist mir die Begleitung Trauernder.
So möchte ich vor jedem Begräbnis die Angehörigen besuchen um auch so
an ihre Verstorbenen zu denken und für sie zu beten.
Die Kirche muss in Zusammenarbeit mit anderen religiösen Gemeinschaften
und den politisch Verantwortlichen die sozialen Fragen der Zeit
lösen. Innere Vereinsamung von Jugendlichen und alten Menschen, die Zunahme
der psychisch Kranken, die Armut trotz Beschäftigung und die großen
Fragen der Integration von Menschen anderer Kulturen werden uns in
Zukunft herausfordern.
In Mattersburg können wir das Thema Integration und Dialog nicht einfach
verdrängen. Jeder Dialog setzt jedoch voraus, über sich selber und über
das „Fremde“ etwas zu lernen. Daher ist es wichtig, dass Christen ein Grundwissen
über den eigenen Glauben und über die eigenen Kultur und Geschichte
haben und dieses auch praktizieren. Weiters ist Offenheit und Neugier notwendig,
um in einen Dialog mit anderen Kulturen treten zu können.
Neben der Seelsorge in den Pfarren Mattersburg und Walbersdorf hat
mich unser Bischof mit Aufgaben in der Caritas betraut. Neben der Caritas
werde ich in einigen Schulen als Religionslehrer präsent sein, um den Kontakt
zu den Kindern und Jugendlichen nicht zu verlieren. Ich möchte mich daher
bei Pfarrer Erwin Schügerl und Prof. Franz Kallinger für die Bereitschaft zur
Mithilfe in den Pfarren bedanken. Dadurch ist es möglich, die vielfältigen
Aufgaben auch zu erfüllen.
Für die offene und herzliche Aufnahme in der Pfarre Mattersburg möchte
ich mich herzlich bedanken. Mein besonderer Dank gilt meinem Vorgänger
Erwin Schügerl. Er ist in meiner Zeit als Diakon, als Jugendpfarrer für das
Burgenland und auch als Pfarrer von Rechnitz immer ein guter Ratgeber
gewesen.
Günther Kroiss
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