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| Weltanschauungen und Sekten |
Universelles LebenDie GründerinDas "Universelle Leben" wurde 1977 von der Hausfrau Gabriele Wittek als "Heimholungswerk Christi" gegründet und 1984 in "Universelles Leben" umbenannt. Gabriele Wittek ist 1933 geboren, wurde katholisch erzogen und arbeitet zunächst als Kantorin in München. Später zieht sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Würzburg. Durch den Tod ihrer Mutter werden in ihr viele Fragen nach Gott und dem Leben nach dem Tod ausgelöst. Sie beginnt, sich mit Spiritismus zu beschäftigen und empfängt übersinnliche Wahrnehmungen. Seit 1975 hört sie ein "Inneres Wort", nach ihrer Überzeugung die Stimme ihres Schutzengels, des "Geistlehrers Bruder Emanuel". Auch Christus selbst soll zu ihr sprechen. Sie hält sich daher für die "Posaune, das Sprachrohr Gottes". Auch ein Ufo-Kommandant aus einer "teilmaterialisierten Welt" spricht zu ihr, versichert Frau Wittek.Ihre Anhängerschaft verehrt sie als "Prophetin" und versteht sich aufgrund ihrer "Offenbarungen" als "urchristliche Bewegung". Seit 1977 werden in mehreren deutschen Städten "Christuszellen" aufgebaut. Eine Reihe eigener Wirtschaftsunternehmungen dient als Keimzelle für den neuen "Christus-Staat". Innerhalb weniger Jahre verbreitet sich das "Heimholungswerk Jesu Christi" auf allen Kontinenten. Nach neuesten Schätzungen gibt es weltweit höchstens eine Million Mitglieder. "Kirchen" gibt es in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich. Der Hauptsitz in Österreich ist in Salzburg, Treffpunkte gibt es in jedem Bundesland. Es gibt auch einen eigenen Radiosender, der die "Botschaften" von Frau Wittek über Mittelwelle verbreitet. Die Zeitschriften "Das Weisse Pferd" und "Der Geistige Revolutionär Christus" werden gelegentlich auf der Straße verteilt. Über den Verlag "Das Wort GmbH im Universellen Leben" werden unzählige Bücher mit mehr oder weniger religiösem Inhalt verbreitet. Ein beliebtes Thema ist die Erziehung. Es gibt auch ansprechend gestaltete Kinderbücher. Weiters wird das Gedankengut über Flugzettel, Broschüren, Zeitungsinserate, Kassetten, Meditationskurse und Vorträge verbreitet. 1979 stößt der Jurist Walter Hofmann zu Gabriele Wittek, der als ehemaliger TM-Lehrer Impulse asiatischer Religiosität einbringt. Seit dieser Zeit tragen die "Offenbarungen" deutlich hinduistische und esoterische Züge. Ab 1987 werden "Gemeinden" mit einer eigenen Ordnung, die auf einen straffen Zusammenhalt ihrer Mitglieder ausgerichtet sind, gegründet. Sie verstehen sich als Teil der "Inneren Geist-Christus-Kirche". 1997 erfolgt die Umbenennung in "Kosmische Lebensschule". TätigkeitGabriele Wittek wohnt heute in der Nähe von Würzburg, wo sich auch die Zentrale befindet. Seit 1995 trägt die "Bundgemeinde Neues Jerusalem" in Hettstadt die Gesamtverantwortung, die sich als erste Zelle des "Christusstaates" auf Erden bezeichnet. Es sind eine Reihe von gemeinnützigen Vereinen gegründet worden. Das "Weltreich Jesu Christi" manifestiert sich auch konkret in verschiedenen Bereichen: Bauernhöfe, Handwerksbetriebe, Christus-Läden, Kindergärten, Christus-Schulen, Christus-Kliniken, Altersheime und vegetarische Restaurants sind in einer "Interessensgemeinschaft" zusammengefaßt, in der sgn. "Kosmobio-Nahrungs GmbH & Co BeteiligungsKG" in Würzburg. Ehemalige Mitglieder erzählen, daß in diesen über 100 Betrieben für einen sehr geringen Lohn gearbeitet und eine totale Unterordnung, bis hin zur Selbstaufgabe, gefordert wird. Die Christusbetriebe sind in den "Vereinigten Christusbetrieben Holding GmbH im Universellen Leben" mit Sitz in Marktheidenfeld zusammengeschlossen. Es gibt Berichte, wonach Menschen, die sich gegen das Eindringen dieser Gruppen in ihr Dorf zur Wehr setzen, mit Verleumdungsklagen und Telefonterror bekämpft werden. Die Mitglieder des Universellen Lebens sind aktiv in verschiedenen caritativen Dienstleistungen wie Besuchsdiensten in Spitälern, Gefängnissen und Altersheimen tätig. Sie arbeiten auch in einem eigenen telefonischen Beratungsdienst. Gab es ursprünglich keine kultischen Handlungen, wurden ab Mitte der 80er-Jahre Älteste für Namensgebung, Abendmahlfeier und Glaubensheilung sowie andere Bereiche beauftragt. Dreimal wöchentlich wird die "prophetische Jugendkirche" abgehalten.Die LehreIn Frau Wittek spricht Christus zu den Menschen. Diese "prophetischen Botschaften" ergänzen das Neue Testament, während das Alte Testament überhaupt nicht als Teil der Bibel verstanden wird. Verschiedene biblische Begriffe werden mit neuen Inhalten gefüllt. Gott gilt als unpersönliches Prinzip, als "Äther, der alles Sein durchdringt und in sich alle positiven und negativen Kräfte" birgt. Diese "Urkraft" schuf Geistwesen wie "Gott-Vater" und "Gott-Sohn", aber auch das weibliche Prinzip "Satana", das gegen Gott rebellierte. Es wurde zu "Lucifer" und sammelte Anhänger um sich, sgn. "Fallwesen". Diese Fallwesen wurden zu Menschen materialisiert. Das Geistwesen "Christus" pflanzte als menschliche Hülle Jesus einen Funken der "Urkraft" in jeden Menschen. Somit wird wieder jede Seele Teil des Göttlichen. Diese "Heimholung" durch Jesus Christus besteht also darin, den materiell belasteten Funken in das reine "universelle Leben" zurückzuholen. Der Mensch muss durch viele Wiedergeburten durch und so sein Karma, die Summe aller guten und bösen Taten aus allen Leben, erarbeiten. Christus hat zwar das Menschheitskarma getilgt, aber jeder einzelne muss sich selbst erlösen. Reiner Vegetarismus, völlige Enthaltung von Nikotin, Alkohol und Kaffee werden verlangt. Der "fortgeschrittene Gott-Mensch" wird sich schließlich überhaupt nur mehr von "Äther" ernähren. "Ordkräfte", Mondstrahlen und Heilungsmeditationen spielen ebenfalls eine große Rolle. Endzeitkatastrophen beherrschen die Vorstellungen, die nur von den Mitgliedern der "Gemeinde Neues Jerusalem" in einem 1000-jährigen Friedensreich überlebt werden.KritikDas "Universelle Leben" beansprucht für sich, die einzig wahre Kirche Christi zu sein, obwohl viele Teile des Glaubensgutes hinduistischen, buddhistischen und gnostischen Lehren entspringen.Bibelstellen werden aus dem Zusammenhang gerissen und willkürlich ausgelegt. Nach einem Urteil des deutschen Verfassungsgerichtshofes wird das "Universelle Leben" als "totalitäre Organisation" bezeichnet. "Botschaften" aus dem Jenseits sind für die Mitglieder verpflichtend und dürfen nicht hinterfragt werden. Die "Offenbarungen" bestimmen das Leben der Anhänger total und haben große Auswirkungen auf die Familienangehörigen. So müssen Kinder z. B. ausschließlich die eigenen Kindergärten und Schulen besuchen, auf dem Weg zur Vergeistigung muss auch der eheliche Geschlechtsverkehr immer mehr reduziert werden. Der vegetarischen Ernährung wird heilswirkende Funktion zugeschrieben. Die propagierte einseitige Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen. Die Ehe wird als Dualverbindung zwischen positivem (männlichem) und negativem (weiblichem) Element gesehen, die eine Trennung (Scheidung) zum Zweck der Weiterentwicklung auf dem "inneren Pfad" erlaubt. Die Großfamilie in Wohngemeinschaften wird als Ideal angesehen. Sehr problematisch sind vor allem die Ratschläge zur Heilung von Krankheiten bis hin zu Aids, Krebs und radioaktiver Verseuchung. Neue geoffenbarte Heilmethoden ersetzen die Schulmedizin. Absoluter Gehorsam gegenüber den "Offenbarungen" von Frau Wittek wird verlangt. Es gibt keine "ökumenischen" Kontakte. Die Kirchen werden scharf und aggressiv kritisiert. Ihnen wird die Verfälschung der Botschaft Christi und die Unterdrückung der Wahrheit vorgeworfen. Es kam sogar zu Strafanzeigen gegen Bischöfe der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland von Seiten des "Universellen Lebens". |
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