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Das kirchliche Gerichtswesen im Allgemeinen

© Diözese Eisenstadt/Manfred Eiszner

Die Kirche beansprucht aus eigenem und ausschließlichem Recht, d.h. unter Ausschluß jeder anderen irdischen Gewalt, die Zuständigkeit in allen Streitsachen: die geistliche (z.B. Sakramente) oder damit zusammenhängende Sachen (z.B. Kirchen) betreffen; ferner in Strafsachen aufgrund äußerer Übertretung kirchlicher Gesetze; sowie in Sachen, bei denen es aufgrund sündhafter Handlungen um die Feststellung von Schuld und um Verhängung von Kirchenstrafen geht (can. 1401 Codex Iuris Canonici). Der Zweck der kirchlichen Gerichtsbarkeit ist die Klärung zweifelhafter Rechtsverhältnisse, der Schutz gefährdeter Rechte und die Ahndung von Rechtsverletzungen.

Die Gerichtsbarkeit der Kirche wird staatlicherseits anerkannt (Österreichisches Konkordat Art. 1). Die kirchliche Gerichtsbarkeit wird von Gerichtsorganen im ordentlichen Prozeß ausgeübt. Die Richter sind persönlich und sachlich unabhängig, allein dem Gesetz unterworfen und weisungsunabhängig.

Öffentliche Streitsachen sind

  • Verfahren zur Nichtigerklärung einer Ehe
  • Auflösung der Ehe bei Nichtvollzug
  • Auflösung der Ehe von Ungetauften
  • Auflösung der Ehe zugunsten des Glaubens
  • Verfahren zur Trennung von Ehegatten
  • Verfahren zur Feststellung des Todes eines Ehegatten
  • Weihe (cc. 1708-1712 Codex Iuris Canonici);
  • Strafsachen (cc. 1717-1728 Codex Iuris Canonici).